Lösungen
Passt die Schiffe dem Fluss an, nicht den Fluss an die Schiffe!
Das auf der Donau transportierte Gütervolumen wird weiter ansteigen – das steht außer Frage. Lösungen, die dieser Entwicklung Rechnung tragen und gleichzeitig die vielen anderen Funktionen des Flusses erhalten, existieren aber bereits. Sie erfordern allerdings ein politisches Entgegenkommen und eine zukunftsorientierte Denkweise.
Europa hat sich seit 1989 verändert. Das Transportvolumen auf der Donau ist gestiegen und wird weiterhin steigen. Aber dies muss nicht zu Lasten des lebendigen Flusssystems und der Vielzahl an Gütern und Ressourcen, die der Fluss uns bereitstellt, gehen.
Folgende Herangehensweisen ermöglichen einen Kurs in Richtung nachhaltiger, ökologisch verträglicher Schifffahrt auf der Donau:
1. “Richtiges” Planen -- Bevor irreversible Flussregulierungsmaßnahmen ausgeführt werden, muss sichergestellt werden, dass es sich auch um die beste Lösung handelt. Sonst könnte es zu Folgen kommen, die wir später bereuen.
Die meisten der gegenwärtigen Pläne zur Verbesserung der Schifffahrt auf der Donau zeumen das Pferd von hinten auf – zuerst wird gebaggert und gebaut, und dann wird geschaut was passiert. Eine Herangehensweise, die weder aus ökologischer, sozialer oder ökonomischer Sicht Sinn macht.
2. Einsatz innovativer Technologien – Eine zukunftsorientierte Denkweise und die Erforschung und Nutzung von Innovationen ist unbedingt notwendig. So z.B. neue und erprobte Technologien im Schiffsbau, in der Logistik und Kommunikation.
Gegenwärtig liegt der Fokus der Schifffahrtsindustrie auf der Konstruktion immer größerer Schiffe. Das Anpassen der Schiffe an die Gegebenheiten des Flusses wird vernachlässigt – und das obwohl dies um einiges billiger und umweltschonender wäre. Um die Schiffsflotte in den nächsten 15-20 Jahren zu verändern, bedarf es politischen Wollens und politischer Unterstützung.
3. Die wahren Engstellen beseitigen – Viele der Engstellen der Donauschifffahrt betreffen gar nicht die Fahrwassertiefe ansich. So z.B. die logistische Verbindung von Fluss, Straße und Schiene, die einen reibungslosen Transfer von Gütern, von einer Destination zur anderen, ermöglichen sollte. Auch die Langzeitprognose des Wasserstandes funktioniert derzeit mehr schlecht als recht.
Die Schifffahrtskapazität auf der Donau wird derzeit nicht voll genutzt. Bevor aber irreversible Veränderungen des Flusses vorgenommen werden, einem Fluss auf dessen Fortbestand wir angewiesen sind, sollten logistische und andere Engstellen beseitigt werden.
