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Die wahren Engstellen beseitigen

Es gibt Engstellen in der Schifffahrt, an denen der Fluss keine Schuld trägt

Flussabschnitte mit Untiefen oder engen Windungen werden für gewöhnlich als das Haupthindernis bzw. die Engstelle schlechthin für den Ausbau der Binnenschifffahrt bezeichnet. Im Gütertransport von Haus zu Haus ist eine geringe Fahrwassertiefe aber beiweitem nicht die einzige Hürde. Zahlreiche andere Faktoren, wie z.B. schlechte intermodale Verbindungen, ineffiziente Organisation und eine fehlerhafte Langzeitprognose der Wasserverhältnisse schaffen Engpässe, die es zu bewältigen gilt.

Multimodale Transporteinrichtungen

Im Donaubecken ist der Gütertransport von Haus zu Haus aufgrund von geografischen Gegebenheiten ohne eine multimodale Zusammenarbeit nicht möglich – eine effizientes Zusammenwirken verschiedener Verkehrsträger ist also Basis. Folglich kann die gewünschte Intensivierung der Binnenschifffahrt auch nicht durch Maßnahmen erreicht werden, die nur einen Bereich betreffen – wie z.B. die Beseitigung von natürlichen Engstellen des Flusses für eine Schifffahrt in großem Umfang.

Die Anzahl der Häfen entlang der Donau ist eher gering und die Qualität der bestehenden intermodalen Einrichtungen ist mäßig. Aber auch die Logistikzentren der neuen und der zukünftigen EU-Mitgliedsstaaten sind Teil des Problems. Denn diese wurden mit dem Schwerpunkt Straßentransport oder der Verbindung von Straße, Schiene und Luft geplant und gebaut. Die Möglichkeit einer nachfolgenden Verbindung zum Binnenschifffahrtsnetzwerk beinhalten sie aber nicht.

Bessere Prognose der Wasserverhältnisse

Generell ist nicht die Fahrwassertiefe, sondern deren Vorhersagbarkeit das Problem. Schiffsführer verlieren am meisten, wenn sie nicht wissen welchen Wasserstand sie zu erwarten haben und sich deshalb auf eine niedrige Fahrwassertiefe vorbereiten müssen. Zeitverluste entstehen, wenn der Wasserstand niedriger ist als angenommen. Mit zunehmender Länge der Transportwege steigt auch die Bedeutung der Prognose des Wasserstandes. In der Donau, wo Transportentfernungen grundlegend groß sind, könnte eine Langzeitprognose der Wasserverhältnisse die Transporteffizienz erheblich steigern. Gewichtige Argumente für eine Verbesserung der Überwachungs- und Prognosesysteme.

Bessere Organisation und flexiblere, verständliche Transportkonditionen

Aufgrund fehlender Information und Zeitmangel ziehen viele Transportunternehmen Alternativen zum Transport auf der Straße nicht einmal in Betracht. Die Binnentransportsindustrie sollte ihre Anstrengungen verstärken und eine Auswahl an klaren Transportangeboten bereitstellen – mit unterschiedlichen Preis- und Risikokombinationen. Denn laut einer EU-Studie ( "Shifting Cargo": Verlagerung von Warentransporten auf die Binnenwasserstraßen) würden 43% der Spediteure bei niedrigerem Preis auch längere Transportzeiten oder eine verminderte Dienstleistungsqualitäten akzeptieren – solange die Konditionen klar sind.




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