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Rumänien: Calarasi-Braila


Bedrohung für Inseln, Störe und Vögel

Dieser Donauabschnitt umfasst zahlreiche Inseln innerhalb eines einzigartigen Ökosystems, das durch das geplante Projekt schwer in Mitleidenschaft gezogen würde. Die geplanten Arbeiten werden sich auf 200 Kilometer der wichtigsten Fortpflanzungsgebiete des Stör auswirken und hätten außerdem negativen Einfluss auf die Fütterungsplätze anderer Fischarten.

Das Projekt betrifft den 200 km-langen Abschnitt zwischen den Städten Calarasi und Braila.
Ziele sind:

  • das Erreichen einer Minimumtiefe von 2,5 Metern im „Alten Donau“-Arm
  • die Verbesserung der Uferbefestigungen gegen Erosion
  • die Reduzierung der Ausbaggerungsarbeiten zur Gewährleistung der Fahrrinne.

Die dafür geplanten Maßnahmen umfassen:

  • ein teilweises Schließen und Abschneiden der Seitenarme
  • Ausbaggerungen, um eine Extratiefe von 0,5 Metern zu erreichen, die im ersten Jahr die Sedimentationsprozesse kompensieren soll
  • die Konstruktion von Leitwallen und Bodenhebungen in der Nähe der Inseln, am Anfang des großen Bala-Seitenarms.
  • Uferbefestigungen (insgesamt 4000 Meter), hauptsächlich rund um die Inseln
  • jährliche Instandhaltungsgrabungen

Neben der Auswirkungen auf die Flora und Fauna wird das Projekt zu einer widersprüchlichen Verwendung von EU-Fonds führen. Dieses Schifffahrtsprojekt wird durch die Gelder der ISPA-Fonds finanziert. Die geplanten Arbeiten werden in die natürliche Dynamik der wichtigsten Inseln der Unteren Donau eingreifen – die eigentlich Teil des EU-LIFE Projekts zum Schutz der einzigartigen Ökosysteme eben dieser Inseln sind. Darüber hinaus hat das rumänische Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung vor, diese Inseln zu Natura 2000-Gebieten erklären zu lassen.

Schlussendlich stehen die geplanten Eingriff im Widerspruch zum Konzept eines nachhaltigen Hochwasserschutzes und zur Wiederinstandstetzung von Feuchtgebieten.

Dem Projekt wurde bereits die Genehmigung durch das rumänische Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung erteilt. Der WWF hat die EIA-Studie kommentiert und Aufmerksamkeit auf kritische Umweltthemen gelenkt, die in der Studie nicht ausreichend behandelt wurden.



Factsheet

Frachtschiff auf der Donau.
Rumänische Donau
Die Donau teilt sich in dieser Region in viele Seitenarme, zahlreiche Inseln prägen das Flussbild.
© WWF Romania
Ciocanesti Inseln, Rumänien.
Ciocanesti-Inseln
© WWF Romania
Trotz zahlreicher Eingriffe durch den Menschen, gibt es sie noch - einzigartige Flusslebensräume entlang der Donau.
Trotz der vielen Eingriffe durch Menschenhand bestehen auch heute noch außergewöhnliche Flusslebensräume entlang der Donau.
© WWF DCP

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