Die Problematik
Ein lebendiger Fluss oder nur ein Transportkanal?
Veraltete Staustufenpläne und Flussbauprojekte, vorangetrieben von den nationalen Regierungen und finanziell unterstützt durch die Europäische Union, drohen unsere lebendige Donau in einen toten Schifffahrtskanal zu verwandeln.
Über 1000 Kilometer der Donau sollen hierfür ausgebaggert, reguliert oder gestaut werden. Dies würde den größten Teil der in Europa verbliebenen naturnahen Flusslandschaften und Auwälder zerstören.
Die Projekte, welche die Donau in den “Verkehrskorridor Nr. VII” im sogenannten “Transeuropäischen Netz für Verkehr“ (TEN-T) verwandeln sollen, werden sowohl von der Europäischen Union, als auch von nationalen Transportministerien und bauwirtschaftlichen Interessen gefördert.
Von diesen Entwicklungen bedroht sind zum einen die letzten frei fließenden Abschnitte der oberen Donau. Gebiete wie die Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen in Deutschland und die Auenlandschaft zwischen Wien und Bratislava. Aber auch die außerordentlich ressourcen- und artenreichen Abschnitte der mittleren Donau in Ungarn, Kroatien und Serbien sind betroffen; ebenso wie der ökologisch überaus wertvolle untere Donauabschnitt entlang der rumänisch-bulgarischen Grenze und zwischen Calarasi und Braile in Rumänien. Im Donau Delta schneidet der Bystroye Kanal, errichtet vom ukrainischen Transportministerium, direkt durch das Herz des spektakulären Donau Delta Biosphärereservates.
Auf dem Spiel steht also die Donau als lebendiger Fluss. Und damit auch ihre atemberaubenden Naturschätzen – aber auch die Vielzahl überlebensnotwendiger Güter und Funktionen, wie Flutschutz, Trinkwasser, Fischfang, Tourismus und Erholung, auf die wir Menschen so stark angewiesen sind.
