Kann Schifffahrt öko-freundlich sein?
Die Planer und Unterstützer jener Projekte, die Ausbaggerungsarbeiten und die Errichtung von Dämmen und Deichen beinhalten, behaupten oft, diese Maßnahmen seien nötig. Doch haben sie wirklich Recht?
Die Unterstützer dieser Projeke argumentieren oft ökologisch: Durch die Maßnahmen würde eine Alternative zum Straßenverkehr geschaffen und damit eine Reduzierung der schädlichen Treibhausgase erzielt.
Doch tatsächlich haben jüngste Untersuchungen gezeigt, dass die Emissionen der Binnenschifffahrt zur Zeit nicht oder nur wenig besser als die des Straßentransports sind. Dies trifft vor allem auch für die Donau zu – das Durchschnittsalter der auf ihr verkehrenden Schiffe beträgt 40 Jahre, die Emissionsstandars, nach denen diese Schiffe gefertigt wurden, sind also mehr als veraltet.
Mit besseren Emissionsstandards kann die Binnenschifffahrt tatsächlich eine Alternative zum Straßentransport darstellen – aber nur, wenn der Weg zur Förderung dieser Alternative richtig gegangen wird: Denn ist dies nicht der Fall, werden die Folgen der ökologischen Zerstörung (die mit der Entwicklung der Wasserstraßen einhergeht) weit reichender als die der ökologischen Verbesserungen (in Form von reduzierten Emissionen) sein.
Die Binnenschifffahrt spielt im Rahmen einer Suche nach öko-freundlichem Transport in einem immer stärker zusammenwachsenden Europa eine wesentliche Rolle. Doch dafür sind zu allererst Investitionen nötig, die auf eine Anpassung der Schiffe an den Fluss – und nicht des Flusses an die Schiffe – zielen – was nicht nur aus finanzieller, sondern auch aus ökologischer Sicht die günstigere Lösung darstellt.
